Nitrat im Grundwasser

Nitrat im Grundwasser

Im diesem Artikel bekommen Sie einen Einblick, was Nitrat im Grundwasser bedeuten, zu welchen Problemen Nitratbelastung führt und wie man Abhilfe schaffen kann.

Sauberes Grundwasser gilt für viele Menschen als ein selbstverständliches Gut. Wir drehen den Wasserhahn in der Küche auf, stellen uns unter die Dusche und es läuft. Sieht sauber aus, mag man denken. Doch der Schein trügt. Kaum einer denkt weiter darüber nach, von welcher Qualität unser Grundwasser ist und wie uns diese beeinflusst.

Setzt man sich mit dem Thema auseinander, stellt man erschreckender Weise fest, dass auch Deutschland ein Problem mit sauberem Grundwasser hat. Die Verunreinigungen unseres Grundwassers, hängt mit einem übermäßigen Nitratgehalt zusammen.

Was sind Nitrate?

Nitrat ist eine Verbindung aus Stickstoff und Sauerstoff. Es kommt in geringen Mengen auf natürliche Weise im Boden vor. Pflanzen brauchen den Stickstoff des Nitrats zum Beispiel zum Aufbau von Eiweiß.
Das natürliche Nitratvorkommen ist also erstmal harmlos, doch der Mensch greift in die Natur ein.

Durch die wachsende Population und die damit verbundene Landwirtschaftliche Aktivität, hinterlassen wir große Spuren in unserer Umwelt. Eine Hauptursache für den Anstieg von Nitrat im Grundwasser ist die Überdüngung der Felder. Nitrate werden als Stickstoffdüngerverbindungen auf die Äcker ausgebracht und garantieren somit eine gute Ernte. Sie werden zum einen aus Bodenmineralien gewonnen, ein großer Teil aber kommt über die Gülle auf die Äcker und Wiesen. In Deutschland liegen die Werte meist deutlich über den Europäischen Grundwasser-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Laut der aktuellen Nitratstatistik von 2016 liegt die Nitratbelastung in Deutschland an 28 Prozent der knapp 700 Messstellen mit Landwirtschaftsbezug über dem Grenzwert. Grade in Gebieten mit starker industrieller Tierhaltung und landwirtschaftlicher Nutzung schießen die Werte in die Höhe.

Welche Probleme können durch Nitrat im Grundwasser entstehen?

Die zu hohen Nitrat Werte im Grundwasser haben nicht nur gravierende Auswirkungen auf unsere Umwelt. Durch Überdüngung versauern die Böden und empfindliche Arten werden aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt.

Auch für den Mensch kann ein zu hoher Nitrat Wert zur Beeinträchtigung der Gesundheit führen. Von uns getrunken und unter bestimmten Umständen, durch Bakterien, in unserem Körper zu Nitrit und N-Nitroso- Verbindungen umgewandelt, hat es große Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Grade N-Nitroso-Verbindungen gelten als stark krebserregend. Nitrit stört zudem den Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen. Dies ist besonders für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sehr gefährlich. In den schlimmsten Fällen kann es zur sogenannten Blausucht kommen. Eine akute Vergiftung die sich in Form von Kopfschmerzen, Schwindel, flacher Atmung und einer Blau- Verfärbung der Haut und Lippen äußert. Das Kind erstickt innerlich. Nitrite können zudem die Jodaufnahme stören und in abgewandelter Form auch die Gefäße verstopfen.

Was sind die Folgen der Verschmutzung durch Nitrat?

Nimmt man Bezug auf die Umwelt so kann unser Eingreifen in die Natur schwere Folgen mit sich bringen.
Durch einen Überschuss an Nitrat werden u.a. Algen zu übermäßigem Wachstum angeregt, dies bringt das ökologische Gleichgewicht in Gewässern, in Gefahr. Das Ungleichgewicht wiederum macht es für viele Pflanzen und Tiere unmöglich sich in diesen Gewässern fortzupflanzen, geschweige denn dort zu leben.

Nimmt man Abstand von dem Blickwinkel auf die Umwelt und schaut vom großen Ganzen auf den Einzelnen zeigt sich, dass die Verschmutzung unseres Grundwassers jeden persönlich betrifft.

Schafft man es nicht, die Grundwasserverschmutzung durch Nitrat einzudämmen, können zukünftig weitere Maßnahmen zum Trinkwasserschutz nötig werden. Das Nitrat muss dann durch spezielle, sehr aufwändige Verfahren aus dem Grundwasser gefiltert werden. Diese Wasseraufbereitung wiederum würde zu erheblichen Mehrkosten für die Verbraucher in den entsprechenden Gebieten führen. Laut einer aktuellen Studie (UBA), kann dies die Trinkwasserkosten um 55 Cent bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen. Dies entspricht einer Preissteigerung von 31 bis 45 Prozent.

Als Beispiel: Eine vierköpfige Familie müsste, bei sich verschlechternder Lage, bis zu 134 Euro im Jahr mehr zahlen.
Und das für ein Grundbedürfnis, welches für jeden Menschen finanziell tragbar bleiben muss.

Gibt es Lösungen um der Nitratverschmutzung entgegenzuwirken?

Um diesem Schaden entgegenzuwirken gibt es viele Lösungsvorschläge. Zum ersten ganz klar, weniger Nitrat. Leider ist jedoch durch jahrelange Überdüngung ein Großteil des Bodens mit zu viel Nitrat verseucht. Auch wenn man von Heute auf Morgen alle Düngung einstellen würde, bräuchte der Boden Jahre, um sich von dem Schaden zu erholen. Zunächst scheint das Problem also nicht lösbar zu sein.

Was also kann jeder einzelne von uns machen ?
Um zumindest seine Gesundheit zu schützen, bleibt uns nur die Filterung unseres Leitungswassers.
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen mit einem Nitratfilter auf der Basis des Ionenaustauschs, zum anderen kann das Nitrat mit der mehrstufigen Filtern aus dem Trinkwasser gefiltert werden. Kurzfristig scheinen dies die einzigen Möglichkeiten sich selbst zu schützen. Langfristig kann man jedoch sagen, dass es am wirkungsvollsten ist, auf biologische und umweltgerechte Landwirtschaft zu setzen.

von Mara Stapper

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